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ILS Hochfranken

Über Notruf 112 zur Leitstelle
Der Einsatzplan entsteht per Computer in Sekundenschnelle. Disponentin Karin Tippel demonstriert, wie schnell alle Rettungskräfte im Notfall mobilisiert sind. Interessiert über die Schulter schauen ihr dabeiLandrat Bernd Hering, BRK-Teamleiter Bernhard Schlennert, stellvertretender BRK-Landesgeschäftsführer Dieter Deinert und der Hofer Leitstellen-Leiter Bernd Weinmayer.
Hof Drei Zahlen stehen im Notfall für schnelle Hilfe: Wer vom 28. Oktober an die europaweite Notrufnummer 112 wählt, hat den direkten Draht zur Integrierten Leitstelle Hochfranken. Am Alsenberg 4 in Hof laufen dann alle Fäden zusammen: Unter der Federführung des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) werden von diesem Datum an alle Rettungseinsätze für die Landkreise Hof und Wunsiedel sowie für die Stadt Hof zentral koordiniert.
Die Integrierte Leitstelle Hochfranken ist damit auch für die Erst-Alarmierung der Rettungskräfte von Feuerwehr, Rotem Kreuz und Technischem Hilfswerk (THW) zuständig, die bislang noch von der Polizei koordiniert wurde. Damit fallen auch die nachalarmierenden Stellen weg, das heißt, die Funkfeststationen bei den Feuerwehren in Hof, Naila, Münchberg, Selb, Wunsiedel und Marktredwitz. Rund um die Uhr erreichbar bleibt die Integrierte Leitstelle Hochfranken auch unter ihrer bisherigen Nummer 19 222. Dann allerdings für weniger zeitkritische Einsätze, wie zum Beispiel Krankentransporte.

Qualifizierte Hilfe
Im Notfall kann nicht lange gefackelt werden. Da ist schnelle und vor allem auch qualifizierte Hilfe gefragt. Das ist laut Leitstellen-Leiter Bernd Weinmayer der Hintergrund, weshalb alle 26 bayerischen Leitstellen jetzt nach diesem neuen Konzept umgerüstet werden. Die Integrierte Leitstelle Hochfranken ist die sechste in Bayern, aber die erste in Hochfranken, die nach dieser neuen Einsatzmittelbezogenen Alarmierung arbeitet.
Rückblick: Der Bayerische Landtag hat am 11. Juli 2002 auf eine Gesetzesinitiative der bayerischen Staatsregierung hin das Gesetz zur Einführung Integrierter Leitstellen beschlossen. Bis es für die Integrierte Leitstelle Hochfranken so weit war, ist Zeit verstrichen und mit 2,7 Millionen Euro Investitionskosten, abzüglich eines staatlichen Zuschusses von 1,7 Millionen Euro, viel Geld in die Hand genommen worden. Landrat Bernd Hering erinnerte gestern bei der offiziellen Vorstellung des neuen Konzeptes an die einzelnen Stationen. In der Verbandsversammlung am 20. Dezember 2005 hat sich der Zweckverband für Rettungdienst und Feuerwehralarmierung Hochfranken (ZRF) dafür entschieden, dass die Leitstelle am Alsenberg 4 und damit am Standort Hof bleibt. Sowohl räumlich wie auch technisch galt es von da an, die Leitstelle auf Vordermann zu bringen.
Für die 22 Mitarbeiter in der Leitstelle am Alsenberg ist Schichtdienst rund um die Uhr angesagt. Von 6 bis 21 Uhr und von 21 bis 6 Uhr morgens gilt es laut Leitstellen-Leiter Bernd Weinmayer, täglich rund 150 Notfälle zu bearbeiten. Die Mitarbeiter bedienen sich dabei des satellitengestützten Einsatzleitsystems Eldis 3 Bayern. Ein einziger Tastendruck genügt, um alle nötigen Rettungskräfte für einen bestimmten Notfall zu mobilisieren. Die Mitarbeiter der Leitstelle wissen so in Sekunden, wo zum Beispiel das nächste Einsatzfahrzeug der Feuerwehr stationiert ist. Zur Verstärkung bei Großeinsätzen stehen 18 zusätzliche Kräfte aus den Bereichen Feuerwehr und Rettungsdienst mit der Leitstelle in Rufbereitschaft.