Chronik der Feuerwehr Sparneck

Die Geschichte der Freiw. Feuerwehr Sparneck wurde erstmals anläßlich des 115-jährigen Bestehens der Wehr im Jahr 1979 vom damaligen Kreisheimatpfleger Karl Dietel zusammengestellt. Allerdings war dies nicht lückenlos möglich, weil Unterlagen aus der Gründungszeit fehlten. Durch Zufall habe ich nun auf dem Dachboden des Rathauses diese Gründungsunterlagen entdeckt und habe mir aus Anlass des 140-jährigen Bestehens der Wehr die Mühe gemacht, die Chronik zu überarbeiten und die wichtigsten Ereignisse der damaligen Zeit und auch der Neuzeit einzuarbeiten. Der Auslöser für eine organisierte Brandbekämpfung und für die Gründung von Feuerwehren waren verheerende Brandkatastrophen, so auch in Sparneck im Jahr 1838 und 1844. Um dem entgegen zu treten wurden behördliche Anordnungen erlassen. Als untere Instanz versäumte es auch das Bezirksamt Münchberg nicht, am 21. Juni 1864 für seinen Bereich distriktpolizeiliche Vorschriften für die Beschaffung und Instandhaltung von Feuerlöschgeräten zu erlassen. Jede Gemeinde wurde verpflichtet, sich entsprechende Gerätschaften, wie z.B eine Feuerlöschmaschine mit Schläuchen, Wasserkufen, Feuereimer und Feuerleitern anzuschaffen. Auf Grund der behördlichen Verordnung berichtete der Bürgermeister von Sparneck 1864, dass die Gemeinde eine nicht abprotzbare (zu hochdeutsch abnehmbare) vierräderige Feuerlöschmaschine (Druckspritze), drei Schläuche, fünf Feuerleitern und fünf Haken besitze und bei den Hausbesitzern 137 Feuereimer vorhanden seien. Zwei transportable Wasserkufen sollten so bald als möglich noch angeschafft werden. Inzwischen hatte der provisorisch gegründete Turnverein in Sparneck die Initiative ergriffen. Seine Mitglieder kamen bei einer Generalversammlung am 31. Dezember 1863 überein, eine Feuerwehr ins Leben zu rufen. Sie baten gleichzeitig die Marktverwaltung, ihnen die gemeindliche Feuerlöschmaschine zu überlassen. In einem Verzeichnis des Bezirks-Feuerwehrverbandes Münchberg vom 29. April 1898 wird als endgültiger Gründungstag der Sparnecker Feuerwehr der 08. August 1864 angegeben. Für die nächsten Jahre schweigen die Akten über die neugebildete Feuerwehr. Erst am 22. Juni 1869 berichtete der damalige Bürgermeister folgendes an das Bezirksamt: „Es wurde hier in Sparneck eine Freiwillige Feuerwehr gergündet und zeichneten vor der Hand bereits 40 Mann als aktive Mitglieder mit der Bezeichnung „Freiwillige Turnerfeuerwehr.“ Bis zum 30. Juli 1869 hatten sich bereits 67 Männer zu dieser Feuerwehr gemeldet. Von den anderen Einwohnern waren 80 Gulden als Spende zum Kauf der notwendigsten Geräte eingegangen. Es wurde auch eine Vorstandschaft gewählt, nämlich der Schuhmacher Christoph Bauer zum Vorstand, der Weber Thomas Ruckdeschel zum Hauptmann, der Weber Georg Ruckdeschel zum 1. Adjudanten und der Weber Johann Rosenhauer zum 2. Adjudanten. Sorgen und Schwierigkeiten bereitete die Ausrüstung der Feuerwehr, denn die Gemeinde sah sich außerstande Geldmittel dafür bereitzustellen, so dass man lediglich auf freiwillige Spenden angewiesen war. Am 1. Mai 1872 kam es dann endgültig zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Sparneck.Aus einem Schreiben des Gemeindeausschusses vom 29. April 1872 an das Bezirksamt Münchberg geht folgendes hervor: „Es besteht dahier wohl bereits eine Turnerfeuerwehr und wurden derselben auch schon für 80 Gulden Gerätschaften angeschafft, aber nach gestriger Beratung und gefasstem Beschluss, will die ganze Gemeinde die Sache in die Hand nehmen und eine freiwillige Feuerwehr errichten, welcher sich die bisherige Turnerfeuerwehr anschließen will.“ Gleichzeitig wurde folgende Bekanntmachung erlassen:

 

„Aufruf und Einladung"
Auf Beratung und gefaßten Beschluß soll auch in unserer Marktgemeinde Sparneck eine freiwillige Feuerwehr errichtet und deshalb eine Einzeichnungs-Liste über aktive und passive Mitglieder in Umlauf zur Unterzeichnung gebracht werden.
Die Statuten werden nach denen der bereits in den Nachbarorten bestehenden aufgestellt. Sobald eine bestimmte Anzahl von Mitgliedern gezeichnet sind, wird eine Versammlung derselben auf dem Rathause veranstaltet und sogleich die Wahl der Vorstände beschäftigt. Das Bürgermeisteramt.“1873 kaufte die Gemeinde auch eine neue Löschmaschine, die 450 Taler bzw. 800 Gulden kostete und am 04. September 1873 erpropt wurde. Es handelte sich um eine abproztbare zweiräderige Saug- und Druckspritze, die pro Minute 227 Ltr. Wasser lieferte und einen 13 mm dicken Strahl 31 m weit warf. Als Zubehör waren 28, 3 m Hanfschläuche in zwei Stücken, eine Schlauchhaspel und Werkzeug beigegeben. Für die Bedienung der Spritze waren 10 bis 14 Mann erforderlich. Das alte Spritzenhaus genügte bald nicht mehr den Anforderungen. Deshalb entschloß sich der Gemeinderat zum Bau eines neuen Gerätehauses, das Ende November 1886 fertiggestellt wurde. Es umfaßte eine Grundfläche von 7,2 x 5 m und die beiden Tore öffneten zu der nach Münchberg führenden Distriktstraße hin. An der Rückseite des Gebäudes war ein 13,3 m langer Leiterunterstellraum angebaut. Die Gesamtbaukosten beliefen sich auf rund 1.000 Mark. Der Standort des Gerätehauses befand sich unmittelbar am damaligen Mühlgraben auf dem Grundstück der heutigen Grünanlage „Flehmigsruh“.
Die Freiw. Feuerwehr hatte damals 140 Mitglieder, wozu noch 37 Pflichtfeuerwehrleute kamen. Die Pferde für die Bespannung der Spritze stellten ortsansässige Landwirte. Die Alarmierung erfolgte durch Trompeten- und Trommelsignale sowie durch Läuten der Kirchenglocken. Für die Löschwasser-versorgung standen drei Teiche und fünf Brunnen zur Verfügung. Aus einem statistischen Bericht über den Stand der Sparnecker Wehr vom 31. Dezember 1912 ist ersichtlich, dass sie 203 aktive Mitglieder hatte, die in vier Kompanien eingeteilt waren und von den aber nur 22 uniformiert und 25 mit Lederhelmen ausgestattet waren. Neben den üblichen Steig- und Löschgeräten standen der Wehr eine Saug- und Druckspritze, eine ältere Löschmaschine ohne Saugwerk und eine fahrbare Schlauchhaspel zur Verfügung. Eine 1893 fertiggestellte Wasserleitung speiste neun Unterflurhydranten. Für die folgenden Jahre war aus den Stammlisten ersichtlich, dass fast alle männlichen Einwohner von Sparneck in der Feuerwehr Dienst leisteten. So gab es 1927 144 Aktive, 1928 waren es 187, 1929 214 und 1933 264 Feuerwehrmänner. Die 30iger Jahre waren vermutlich für die Feuerwehr eine etwas unruhige Zeit. Vorstand und Kommandant wechselten teilweise durch Rücktritt. Der Übungsbesuch lies zu wünschen übrig, denn es wurden immer wieder Strafgelder beim Fehlen festgesetzt, aber zum größten Teil nicht bezahlt. Es gab offensichtlich Unstimmig-keiten in der Wehr. In einer Versammlung am 02. Dezember 1934 äußert der Vorstand den Wunsch an alle, tatkräftig mitzuwirken um die Feuerwehr vor dem Auflösen zu bewahren. Im Jahr darauf ruft der Kommandant nochmals alle Feuerwehrkameraden auf, der Wehr treu zu bleiben. Das gesellschaftliche Leben hat aber vermutlich funktioniert. So wurde am Faschingsdienstag 1933 ein Ball abgehalten und zwar gleichzeitig in der Turnhalle als auch im Gasthaus Künneth, weil an einem solchen Tage ein Saal zu klein war. Im Zeitraum 1937/38 erfolgte ein Zusammenschluß der Ortswehren Sparneck, Reinersreuth und Stockenroth zu einer Gemeindefeuerwehr. Durch den Kriegsdienst der Kameraden war die Wehr sehr geschwächt und man hat im Jahr 1940 das Dienstalter auf das 55. Lebensjahr festgelegt. Für ältere Kameraden, die den Feuerwehrdienst nicht mehr leisten konnten, bestand die Möglichkeit, sich gegen eine Gebühr von 5 Mark befreien zu lassen. Das Geld sollte als Grundstock für eine Motorspritze dienen. In den Protokollaufzeichnungen der folgenden Jahre wurde immer wieder den gefallenen Kameraden gedacht. Für die Jahre 1944 bis 1946 liegen keine Protokoll-Aufzeichnungen vor. 1946 wurde eine Einheitsspritze TS 8/8 angeschafft. Ein für 300,-- DM gebraucht gekaufter Transportanhänger wurde von einheimischen Handwerkern zum Gerätewagen umgebaut. Bei der Jahreshauptversammlung am 11. Januar 1947 konnte wieder eine Vorstandschaft gewählt werden. Vorstand wurde Karl Reichel, Kommandant Karl Rüger und stellvertr. Kommandant Adolf Käppel. Auch die Kameradschaft in der Feuerwehr wurde wieder durch Abhaltung einer Tanzveranstaltung gepflegt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde durch die amerikanische Militärregierung Bestandsaufnahme gemacht. Aus einem Protokoll vom 07. August 1945 ist ersichtlich, dass in Sparneck noch das Gerätehaus, die Handdruckpumpe, das Schlauchmaterial, der Sanitätskasten und die Wasserversorgung vorhanden waren. 1952 ließ die Gemeinde ein neues Gerätehaus am Mühlteichplatz bauen. Die anfällige Einheitsspritze wurde ein Jahr später durch eine neue TS 8/8 ersetzt. Damit war wieder ein erster Schritt für eine optimale Brandbekämpfung getan. In den 50-iger Jahren war ein häufiger Wechsel von Kommandant und Vorstand zu verzeichnen, was einerseits auf Unstimmigkeiten innerhalb der Wehr zurückzuführen war und andererseits, weil die Gemeinde Forderungen nach Ausrüstungs-gegenständen nicht erfüllen konnte. Erstmals wurden Forderungen nach einer Sirene laut und bemängelt, dass für den Tragkraftspritzenanhänger kein geeignetes Zugfahrzeug zur Verfügung steht. Trotz Erhöhung der Feuerschutzabgabe mußte ein Rückgang der Aktiven verzeichnet werden. Am 05. Mai 1965 konnte endlich die seit fünf Jahren geforderte Alarmsirene auf dem Rathausdach montiert und ihrer Bestimmung übergeben werden. In den folgenden Jahren stand immer wieder die Anschaffung eines Lösch-fahrzeuges zur Verbesserung des Feuerschutzes in Sparneck im Gespräch. Doch das Gerätehaus am Mühlteichplatz war zu klein um ein Löschgruppenfahrzeug unterzubringen. Beim Neubau der Schulturnhalle 1972 wurden im Untergeschoß endlich die für die Feuerwehr notwendigen Räumlichkeiten eingeplant. Anläßlich des 110jährigen Bestehens der Wehr konnte am 30. April 1974 das neue Feuerwehrdepot unter Anwesenheit vieler Ehrengäste eingeweiht werden. Gleichzeitig übergab 1. Bürgermeister Prechtel das neue LF 8 Opel Blitz mit schwerem Atemschutz an die Sparnecker Wehr. Ein Höhepunkt im Geschehen des Feuerwehrvereins Sparneck war sicherlich die Anschaffung einer neuen Fahne und deren Weihe mit einem Festgottesdienst im Jahr 1982. Mit der Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges TLF 16/25 im Jahr 1989 ging ein lang gehegter Wunsch der Wehr in Erfüllung. Die Entwicklung der Zeit, insbesondere die Häufigkeit der Einsätze in technischer Hilfeleistung und eine günstige Finanzierung und nicht zuletzt die Bereitschaft des Marktgemeinderates, haben dies ermöglicht. Einen festen Platz in der Geschichte des Feuerwehrvereins wird sicherlich das Jahr 2000 einnehmen, denn die Wehr konnte gleich zwei neue Fahrzeuge, nämlich ein Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 sowie ein Mehrzweckfahrzeug , in ihre Obhut übernehmen. Die offizielle Übergabe erfolgte am 04. November 2000 im Rahmen einer eindrucksvollen Feier in der Schulturnhalle. Wir sind nun wieder in der heutigen Zeit angelangt. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Feuerwehrverein Sparneck auch im gesellschaftlichen Bereich und im Vereinsleben des Marktes Sparneck einen hohen Stellenwert einnimmt. Nicht zuletzt durch wiederholte Eigenbeteiligungen an der Ausrüstung und auch durch Umbauarbeiten der Räumlichkeiten im Gerätehaus in Eigenleistung hat die Wehr einen nicht geringen Beitrag zum Feuerlöschwesen in Sparneck und für die Gemeinde geleistet und hat sich zu einer schlagkräftigen Einrichtung entwickelt. Wenn man die Chronik aufmerksam liest, so muss festgestellt werden, dass bereits früher wie auch heute häufig die gleichen Probleme anstanden. Die Feuerwehr benötigte Ausrüstungsgegenstände und die Gemeinde hatte kein Geld zur Finanzierung, wobei aber auch gesagt werden muss, dass der Markt Sparneck in den letzten Jahren stets ein offenes Ohr für die Belange der Feuerwehr hatte und sich die Ausrüstung der Feuerwehr Sparneck auf dem aktuellen Stand befindet.

Du wirst gebraucht! 

Keine Ausreden! MITMACHEN!
Wir suchen dich! 

Druckversion Druckversion | Sitemap
Impressum - copyright 2017 - Feuerwehr Sparneck