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Gefahrgutübung

Am Mittwoch gegen 18.30 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Sparneck zu einem Verkehrsunfall gerufen. Die ersten eintreffenden Einsatzkräfte fanden folgendes Szenario vor:
Ein Traktor zog einen mit einem kennzeichnungspflichtigen Stoff beladenen Pumpwagen. Die Kennzeichnungstafel wies die Gefahrnummer „60“ sowie die UN-Nummer „1891“ auf. Durch den Verkehrsunfall wurde der Pumpwagen beschädigt, und die unbekannte Flüssigkeit lief aus. Der Fahrer lag bewusstlos in seinem Fahrzeug. Eine Rückfrage bei der Integrierten Leitstelle Hochfranken ergab, dass es sich bei dem Stoff um Ethylbromid handelte. Dies ist ein giftiger Stoff, der giftige und reizende Dämpfe bildet. Der Hautkontakt sowie das Verschlucken und das Einatmen der Dämpfe ist auf jeden Fall zu vermeiden.
Der Sparnecker Kommandant Wolfgang Bessert veranlasste sofort die Alarmierung des Gefahrgutzuges aus Münchberg. Desweiteren ließ er die Unfallstelle weiträumig absperren und einen Trupp mit schwerem Atemschutz ausrüsten, um den bewusstlosen Fahrer schnellstmöglich aus dem Gefahrenbereich zu retten.
Nach dem Eintreffen des Gefahrgutzuges aus Münchberg an der Einsatzstelle wurde unter Leitung von Kommandant Martin Schödel sofort mit dem Aufbau des Dekontaminationsplatzes begonnen. Gleichzeitig rüsteten sich zwei Trupps mit schwerem Atemschutz und dem Chemikalienschutzanzug aus, um das Leck am Pumpwagen abzudichten. Dies gelang auch und eine weitere Umweltgefährdung konnte verhindert werden.
In der Zwischenzeit wurde der Fahrer durch die Sparnecker Atemschutzgeräteträger aus seinem Fahrzeug geborgen und dem Rettungsdienst übergeben.
Die unmittelbar an der Unfallstelle eingesetzten Kräfte aus Sparneck und Münchberg durchliefen nach Beendigung ihres Einsatzes die verschiedenen Bereiche des Dekontaminationsplatzes. Dabei wurden sie von extra geschultem Personal grob gereinigt und aus ihrer verschmutzten Einsatzkleidung befreit.
Zum Glück war dies nur eine Übung, die unter den Augen von Kreisbrandinspektor Bernd Hohenberger und dem stellvertretenden Sparnecker Bürgermeister Dr. Reinhard Schmalz ablief. Die Zusammenarbeit der beiden Wehren klappte bestens. Dies brachten auch die beiden Kommandanten bei der anschließenden Übungsbesprechung zum Ausdruck. Gemeinsame Übungen in nicht alltäglichen Einsatzgebieten sind für alle beteiligten Wehren sehr nützlich und lehrreich. Bürgermeister Schmalz zeigte sich von der Fülle der angerückten, aber auch benötigten Technik stark beeindruckt.