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B3 am 16.09.2010

Schon wieder ein Brand in Zell

Erneut steht eine Scheune in Flammen - der dritte Brand in nur zwei Monaten. Der Verdacht auf Brandstiftung liegt nahe. Im Ort geht die Angst um.
Zell - Sirenengeheul mitten in der Nacht - und das zum dritten Mal innerhalb von zwei Monaten: In der Nacht zum Freitag ist eine frei stehende Scheune am Ortsrand von Zell nahe der Winholzstraße völlig niedergebrannt. Wie Michael Lauterbach, der Kommandant der örtlichen Wehr und Einsatzleiter, mitteilt, stand die Scheune bereits in hellen Flammen, als er mit seinen Leuten am Brandherd eintraf. "Die Seitenverkleidung und das Dach waren schon komplett abgebrannt."
Alarmiert worden war die Wehr um 23.43 Uhr. Eine in der Winholzstraße wohnende 35-jährige Frau hatte beim Blick aus dem Fenster am Himmel einen Feuerschein entdeckt und schon befürchtet, dass wieder ein Haus in Flammen steht. Wie am 28. Juli, als die fünfköpfige Familie Grünzig sich gerade noch aus dem Wohnhaus retten konnte. Nachweislich war damals in einem vor dem Haus stehenden Abfallcontainer Feuer gelegt worden, das auf das Haus und die Garage übergegriffen hatte.
Gerade mal zweieinhalb Wochen später war mitten in der Nacht erneut Feueralarm ausgelöst worden: Drei Stunden lang bekämpften die Zeller und benachbarte Wehren einen Scheunenbrand im Zeller Ortsteil Oberhaid.
Und jetzt ein weiterer Scheunenbrand nahe der Winholzstraße. Alarmiert wurden neben der örtlichen Wehr die Kameraden aus Sparneck und Münchberg. Deren Einsatz konnte während der Anfahrt abgebrochen werden, weil Einsatzleiter Michael Lauterbach einschätzen konnte, dass die Wehren aus Zell und Sparneck das Feuer in den Griff bekommen würden. Was auch gelang.
Die Zeller Wehr nahm einen Erstangriff aus ihren beiden Tanklöschfahrzeugen vor, unterstützt vom Tanklöschfahrzeug der Sparnecker. Währenddessen bauten Kameraden Versorgungsleitungen zu einem hundert Meter entfernten Unterflurhydranten auf, aus denen die Löschfahrzeuge gespeist wurden.
"Das Feuer war rasch unter Kontrolle", berichtet Lauterbach, "so dass die Wehren um zirka 2 Uhr wieder abrücken konnten." Die Wehren seien mit rund 40 Einsätzkräften vor Ort gewesen. Mit vor Ort auch ein Rettungsfahrzeug des Roten Kreuzes.
Laut Polizei entstand ein Sachschaden von 10 000 Euro. In der sechs mal acht Meter großen Feldscheune standen ältere landwirtschaftliche Geräte wie Pflug, Kartoffelernter, einachsiger Traktor und Kreissäge sowie eine Betonmischmaschine. Die Geräte wurden durch das Feuer teilweise so beschädigt, dass sie nicht mehr zu gebrauchen sind. Die Kriminalpolizei Hof hat die Ermittlungen aufgenommen, wie Beate Weiß, die Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Oberfranken, mitteilt. Bei der Ermittlung der Brandursache werde auch geprüft, ob ein Zusammenhang zwischen den Bränden besteht.
Für den Zeller Kommandanten Michael Lauterbach liegt der Verdacht nahe, dass das Feuer absichtlich gelegt worden ist. In der Scheune habe nichts gestanden, was einen Brand hätte auslösen können. "Die Angst geht um in Zell", bekennt er.

Text:Gottesmann, Frankenpost