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Deutscher Jugendfeuerwehrtag `09

Unser Jugendsprecher Georg Günther war als Delegierter dabei!

Es ist heutzutage nicht selbstverständlich, dass sich junge Leute im sozialen Bereich oder in Vereinen wie BRK oder Feuerwehr engagieren. Eher selten ist es, dass sie auf Bundesebene für die Interessen ihrer Kameraden eintreten - so wie Georg Günther aus Sparneck. Der 16-jährige Gymnasiast war einer von fünf oberfränkischen unter 300 Delegierten, die am Deutschen Jugendfeuerwehrtag in Amberg teilnahmen.
Seit dreieinhalb Jahren ist er bei der Feuerwehr. "Mein Vater und zwei Geschwister sind auch dabei, und so bin ich da hineingewachsen", erzählt der junge Mann. Schon mit fünf, sechs Jahren sei ihm klar gewesen, dass er einmal Feuerwehrmann wird. "Diesen Wunsch haben natürlich viele Kinder", weiß er. "Aber oft verliert er sich. Mit 13 oder 14 Jahren, wenn man ihn sich erfüllen könnte, haben viele keinen Bezug mehr dazu oder sind anderweitig, durch Schule oder Vereinsarbeit, schon so gefordert, dass keine Zeit mehr bleibt für die Feuerwehr."

Spaß an Technik und Teamgeist
Das war bei Georg Günther anders. Er trat mit 13 in die Jugendfeuerwehr ein und wurde später zum Jugendsprecher gewählt. "Natürlich fordert mich die Schule auch sehr", sagt er. "Ich gehöre zum ersten G-8-Jahrgang, da habe ich jeden Nachmittag Unterricht. Außerdem leite ich noch die Jongliergruppe meiner Schule. Aber die Feuerwehrübungen finden ja nur einmal im Monat statt - das ist grade noch zu schaffen."
Günther gefällt die Gemeinschaft in der Wehr. Außerdem findet er es interessant, mit all den technischen Geräten umzugehen. "Oft wird unterschätzt, wie viel Ausbildung dazu nötig ist und wie wichtig es ist, dass sich genügend Wehrleute finden, die sich da engagieren."
Der Brandschutz sei eine wichtige Aufgabe. "Das Bewusstsein, anderen im Notfall helfen zu können, gibt mir etwas", sagt der Gymnasiast. Gerade im ländlichen Raum biete die Wehr Jugendlichen auch Gelegenheit, sich einzubringen.

Eher ein praktischer Mensch
Als es darum ging, wer zum Deutschen Jugendfeuerwehrtag fahren soll, bekam der 16-Jährige die Chance. "Ich bin zwar eher ein praktischer Mensch und nicht so sehr der Theoretiker, aber als Delegierter in Amberg habe ich viele Leute kennengelernt und konnte mich mit ihnen austauschen. Auch mit älteren, teils mit hohen Dienstgraden ausgestatteten Kameraden war sofort ein harmonisches Verhältnis hergestellt", erinnert er sich. Hautnah habe er erlebt, welche Verwaltungsarbeit für eine funktionierende Organisation notwendig ist. "Von vielen dieser administrativen Dinge ahnt man als Aktiver in der Feuerwehr oft gar nichts."
Besonders beeindruckten Georg Günther die Workshops und Präsentationen, in denen es um die Einbindung von jungen Leuten, die am Rande der Gesellschaft stehen, ging. "In der Sparnecker Wehr ist das zwar nicht so das Thema", sagt er, "aber vielleicht in den Wehren größerer Städte. In jeder Gemeinde aber kennt man das Problem, dass sich Cliquen bilden. Die Feuerwehr kann da eine Möglichkeit zur Integration sein." Was die Mitbestimmung junger Wehrleute betrifft, so sei die in der Sparnecker Wehr selbstverständlich. "Wir sind sechs Jugendliche und sind immer mit dabei", versichert Günther. "Trotzdem freue ich mich, dass beim Jugendfeuerwehrtag die Altersbegrenzung für Delegierte durchgesetzt worden ist. Wenn sie in der Mehrzahl sind, haben junge Delegierte doch mehr Mut, sich zu Wort zu melden."
Unterschiedlicher Meinung könnten ältere und jüngere Wehrmänner gelegentlich sein, wenn es zum Beispiel um die Organisation einer Übung geht. "Es mag Wehren geben, bei denen seit vielen Jahren alles nach Schema F durchgezogen wird. Da könnten junge Wehrleute wieder ein bisschen mehr Schwung reinbringen."
Der nächste Jugendfeuerwehrtag findet 2013 im niedersächsischen Stadthagen statt. Ob Georg Günther dann wieder teilnehmen wird, ist noch ungewiss. Denn bis dahin will er das Abitur geschafft und entweder ein duales Studium oder eine Lehre in einem handwerklichen Beruf begonnen haben.

Noch überlegen
"Wenn ich in der Region bleibe, werde ich wohl auch weiterhin der Feuerwehr angehören", sagt er. "Wenn ich allerdings in eine andere Stadt gehe, muss ich mir das noch überlegen."

Quelle: Frankenpost vom 20.11.2009